Reise 2006:
Teil 3 - Laos
Diese Bronze-Skulptur im Garten des
Ho Pha Keo stellt einen laotischen
Jungen und ein laotisches Mädchen dar, die einem imaginären Überwesen die
Früchte des Landes darbringen. Bis 1975 handelte es sich bei diesem
Überwesen um Auguste Pavié (franz. Konsul). Die Revolution griff
schließlich zur Säge und trennte den Kolonisator ab.
(Quelle: Reise Know-how LAOS von Michael Schultze)

Der Ho Pha Keo wurde als königlicher Tempel im Jahre 1565 von dem großen
König des Lan Xang Königreiches mit Namen Setthathirath erbaut zur
Aufbewahrung des Smaragd Buddhas. Seit 1779 befindet sich dieser jedoch im
Ausland (Thailand). Der Tempel ist heute ein Museum, in dem u.a. einige
der schönsten buddhistischen Skulpturen Laos aufbewahrt werden.
Der Pha Bang oder Phra Bang
ist das Nationalheiligtum der Laoten und gleichzeitig auch der
Namenspatron der Stadt Luang Prabang.
Es handelt sich um eine 83 cm hohe vergoldete Statue aus Bronze- und
Silberlegierungen. Ihr Gewicht wird in den unterschiedlichen Quellen mit
43 - 54 kg angegeben. Die Statue stellt Buddha in der 'Abhaymudra' dar,
d.h. mit erhobenen Händen, Unheil abwehrend und Schutz gewährend all
denen, die an ihn glauben.

Der Pha Keo oder Smaragd-Buddha, wie er auch heute noch bezeichnet wird,
obwohl er aus Nephrit-Jade gefertigt ist. Nephrit-Jade - so die
Edelsteintherapie - soll Ruhe und Gelassenheit vermitteln. Das Bildnis
stellt den erleuchteten Buddha in meditierender Haltung dar.

Der Ho Pha Keo (im Bild auch ein Blick auf den Vordereingang, mit
Treppenstufen, die von Nagas flankiert sind) wurde ursprünglich zu Ehren
des Pha Keo (Smaragd-Buddhas) erbaut. Dieser befindet sich jedoch seit vielen Jahren in Bangkok.
Zwei Posen des stehenden Buddha sind typisch für Laos. Eine davon ist die
'Anrufung des Regens'. Die Hände sind seitlich am Körper nach unten
gestreckt, wie auch die Finger. Der leicht abgerundete 'knochenlose'
Ausdruck erinnert an Thailands Sukothai Stil, die Ausarbeitung der Robe
über der Hüfte sieht nach Khmer-Stil aus; jedoch sind die flachen,
riesigen Ohrlöcher, die gebogenen Augenbrauen und die Adlernase eindeutig
laotische Ausdrucksformen. Die 2. Pose ist die Abhayamudra, wie bereits
beschrieben.

Der Wat Si Muang ist der Sitz des Schutzgeistes von Vientiane und der
meist besuchte Tempel der Stadt.
Die östliche Fassade ist in gelb gestaltet und weist im Giebel über dem
Eingang Stuckverzierungen mit Szenen aus dem Leben des Erleuchteten auf,
u.a. die erste Predigt von Benares.
Im hinteren Raum befindet sich der hoch verehrte Lak Muang (Schutzgeist)
in Gestalt einer oben abgerundeten Säule aus Sandstein. Diese Form läßt
die Vermutung zu, dass er als Lingam im Zentrum eines Shiva-Kultes stand.
Durch das Einhüllen der Säule mit Stoff bzw. bunten Bändern drücken die
Gläubigen ihren Dank bzw. Bitten aus. Die Tradition, auf diesem Wege
irdischen Objekten göttlichen Status zu verleihen, stammt aus Indien.

Aufmerksam lausche ich der Legende, die sich um die Errichtung der Säule
rankt. Die Grube, in die die Säule aus den Resten einer Khmer-Anlage
eingelassen werden sollte, war ausgehoben. Die Säule ruhte darüber in
einer Verankerung. Nach altem Brauch musste jedoch etwas Lebendiges in das
Fundament eingeschlossen werden. Dazu war extra ein weißer Hund
mitgebracht worden. Angelockt von der Zeremonienmusik tauchte auch ein im
3. Monat schwangeres Mädchen namens Si auf. Sie betrachtete die Grube und
sprang hinein. Dadurch löste sich die Säule aus der Verankerung und begrub
das Mädchen und den Hund unter sich.
Seitdem besuchen besonders schwangeren Frauen diesen Tempel und bitten um
Glück, Gesundheit und eine leichte Geburt.

Nicht nur Kinderwünsche werden hier vorgetragen. Der Lak Muang hat
offenbar für jedes Anliegen ein offenes Ohr. Wir beobachten viele
Touristen, die um Segnung bitten und sich einen weißen Wollfaden um ihr
Handgelenk knoten lassen. Manche tragen ganze Bündel von Wollfäden.
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